SG 1887 Nußloch e.V. - Der richtige Ort mit Spaß am Sport!

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Chronik Teil 1

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde der SG Nußloch, liebe Gäste!

Endlich! Die neue Version der Vereinschronik ist fertig!

 

Diese Chronk ist hier zu lesen, und hier steht sie zum download bereit. Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7

 

125 Jahre SG Nußloch

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 1

Nehmen wir ein beliebiges Jahr im 19. Jahrhundert.

Ein Jahr,
in dem Johannesburg in Südafrika gegründet wurde,
in dem Emil Berliner das Grammophon erfand,
in dem Heinrich Rudolf Hertz die Wellenstruktur der Elektrizität entdeckte,
in dem Bismarck mit Russland einen geheimen Rückversicherungsvertrag schloss,
in dem in den USA die Formel für eine noch heute bekannte Limonade patentiert wurde, ohne die unser Fotograf und MSC-Vorstand nicht leben könnte.
 
In diesem Jahr wurden zwei Sportvereine gegründet, deren Rechtsnachfolger jeder kennt: Zuerst der SC Germania Hamburg, der mit zwei weiteren Vereinen den HSV gegründet hat.
Und im Großherzogtum Baden ein Verein, nein nicht der Verein, der in den Tiefen der 2. Liga sich vor einem drohenden Relegationsspiel gegen den SV Sandhausen fürchtet, als alter KSC-Fan eine bittere Erfahrung, nein, ich meine einen Verein, der nicht nur den Wieslocher Handballern das Fürchten lehrt und in ganz Nordbaden bekannt ist, den Turnverein „Jahn“ Nußloch.
Richtig, wir gehen in Gedanken 125 Jahre zurück und befinden uns im Jahre 1887. Damals begann die Geschichte der heutigen SG Nußloch.
Für den 30. Oktober 1887 beriefen drei Männer eine Versammlung ins Nebenzimmer des Gasthauses „Zum Lamm“ ein. Es waren dies Freiherr Ludwig von Bettendorff, der Vorsitzender des neuen Vereins wurde und 1893 die älteste Vereinsfahne Nußlochs stiftete, Gustav Müller und Fritz Fischer. Ziel war es, einen Turnverein zu gründen. Bisher konnte man in Nußloch nämlich nur singen im Verein, aber nicht turnen.
Ich möchte mich bei meinen Ausführungen auf einige wesentliche Punkte aus der Geschichte der SG beschränken.
Hoch amüsant finde ich das erste öffentliche Auftreten des Vereins. Am 15. Januar 1888, in dem Jahr, in dem Bertha Benz mit dem ersten Auto der Welt durch Nußloch fuhr, an jenem 15. Januar verloste der Verein Christbäume! Das wäre einmal ein Vorschlag für die Feuerwehr: Eine Verlosung von nicht mehr gebrauchten Christbäumen! Mit dem Erlös damals kaufte man einen Barren für 40 Mark und ein Sprungbrett für 2 Mark. Von anderen Vereinen grenzte man sich damals nicht durch eigene Trikots ab, die konnte man sich nicht leisten, nein, man schaffte einheitliche Mützen an.
Darf ich Sie ein wenig neidisch machen? Bei der Fahnenweihe kostete das Festmahl in den Gasthäusern 1,40 Mark, allerdings erhielt man einen halben Liter Wein dazu.
1905 wurden zwei weitere Sportvereine in Nußloch gegründet, der Radfahrerverein Alemania und im April im Gasthaus „Zur Pfalz“ der Turn- und Fechtclub Nußloch, das zweite Standbein unseres heutigen Vereins, der sofort die Anschaffung von Turngeräten beschloss.
 
Beide Turnvereine beschlossen, dass keiner der beiden Vereine ein Mitglied aufnehmen darf, das vom anderen Verein ausgeschlossen wurde.
1910 kam dann eine weitere Sportart nach Nußloch: Fußball. Die „Viktoria“ entstand. Zum Glück spielt es heute keine Rolle mehr, aber jetzt hatten auch die Evangelischen einen Sportverein. Wegen dieser unrühmlichen Vorgeschichte werden wir bei unseren Jubiläumsveranstaltungen im Juli einen ökumenischen Gottesdienst feiern, falls es dann noch Pfarrer in Nußloch gibt.....
Nach dem ersten großen Einschnitt, dem 1. Weltkrieg, entstand in Nußloch eine neue Sportart, ohne die unsere heutige SG nicht denkbar wäre: Am 12. März 1919 führte man das Mädchenturnen im „Turn- und Fechtclub“ ein. Was würde die Waltraud Leypold machen, wenn es kein Mädchenturnen gäbe?
 
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Chronik Teil 2

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 2
 
Den geforderten Zusammenschluss der beiden Turnvereine lehnte die Generalversammlung des „Jahn“ mit 38:19 Stimmen ab.
Beide Vereine erweiterten aber ihr Angebot durch eine neue Sportart: Die Leidenschaft für Handball, die bis zum heutigen Tag in Nußloch anhält, führte zur Grün-dung von zwei Handballmannschaften. Es fehlten nur die Sportplätze.
1921 kaufte der „Turn- und Fechtclub“ zwei Gelände am „Alten Berg“ und legte dort einen Sportplatz an.
1. Großveranstaltung auf dem Platz war die Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr am 1.-3.April 1922.
Der Turnverein Jahn erhielt durch das Entgegenkommen der Familie von Bettendorff einen Sportplatz hinter dem Gasthaus „Zum Pflug“, das den Älteren unter uns noch wohlbekannte Jahnplätzl. Einweihung war am 31. August 1924.
Jetzt konnte man Handball spielen. Man musste den Sportplatz „Alter Berg“ nochmals vergrößern, um dem Ansturm gerecht zu werden, denn dort spielten jetzt der „Jahn“ und der „Turn- und Fechtclub“ Handball und die Viktoria Fußball.
Ein bisschen stolz darf man als SG-Vorsitzender ja sein, denn während die Viktoria gegen Balzfeld und Mühlhausen, also in der tiefsten Provinz, kicken musste, spielten beide Nußlocher Handballmannschaften am Ende der Runde 1932/33 in der höchsten deutschen Liga, der Kreismeisterklasse. Das war der erste Höhepunkt des Sports in Nußloch.
Der Zusammenhalt unter den Nußlocher Vereinen scheint gut gewesen zu sein. In der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise waren allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse sehr schwierig, das sieht man daran, dass man kein Geld für einen neuen Handball hatte. Man lieh sich das Geld aus der Vereinskegelkasse.
Vor allem der Turn- und Fechtclub hatte große Schulden wegen des Alten Bergs, deshalb beschloss man, die Weihnachtsfeier zusammen mit der Sängereinheit zu machen, zusätzlich spielte man Theater, um an Geld zu kommen. Vielleicht war damals schon der Prophet dabei, man müsste einmal unseren Ehrenbürger Gerhard Rensch fragen
Im September 1933 wurden im Zuge der Gleichschaltung die beiden Turnvereine zwangsweise, allerdings in feierlicher Form im Saal des Gasthauses „Zur Pfalz“ zusammengeschlossen, man bekam einen Vorsitzenden vorgesetzt und nannte den neuen Verein „Turn- und Sportverein e.V. Nußloch“. Positive Folge dieser Entwicklung: Die Spielstärke der Nußlocher Handballer stieg auf eine beachtliche Höhe. Man stieg in die neu-gegründete Gauliga auf, die höchste deutsche Spielklasse und scheiterte erst im Duell mit dem deutschen Meister SV Waldhof Mannheim. Der errungene 2. Platz war der größte Erfolg des Nußlocher Handballs.
Am 17. Mai 33 kam eine neue Sportart zu unserem Verein: Man gründete eine Fußball-Abteilung, denn auch unter den Katholiken gab es Fußballer. Ich hoffe, sie verstehen die Ironie, aber auch die Distanz. Die Zeiten waren halt anders.
Die Aktenlage über die Zeit von 1933 bis 1945 ist sehr dürftig, vor allem liegen über das Vereinsgeschehen von 1937 bis 1945 wegen der Dienstverpflichtung des Schriftwartes Wilhelm Sickmüller leider keine Aufzeichnungen mehr vor. Ich kann Ihnen nur berichten, dass die Finanznot des Vereins weiterhin akut war, deshalb gab man am 18. Oktober 1935 den gepachteten Jahn-Platz an den Freiherrn von Bettendorff zurück. Wir wissen noch, dass die Handballer mit einer Mannschaft von 1939 bis 1943 spielten, bis dann der Spielbetrieb eingestellt werden musste.
Der Verein musste sich dem Druck der politischen Gemeinde beugen und am 24. Oktober 1942 den Sportplatz „Alter Berg“ für 4.266,75 RM an die Gemeinde verkaufen, da man mit Teilzahlungsraten in Rückstand geraten war.
 
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Chronik Teil 3

SG 1887 Nußloch e.V.   Chronik Teil 3
 
Nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. und 9. Mai 1945 war in der Stunde Null zunächst kein Sport möglich, die Überlebenden hatten zunächst andere Sorgen, als sich um das Wiederaufleben der Sportvereine zu kümmern. Erst am 6. November 1945 fand im Dienstgebäude der amerikanischen Landesregierung, Landesbezirk Baden, in Karlsruhe eine Aussprache statt. Eingeladen hatte der zuständige Erziehungs- und Sportoffizier, Oberleutnant Raymond A. Großmann; unter den Anwesenden war auch der damalige Bürgermeister unserer Gemeinde, Herr Mathias Rensch. Das Ergebnis der Besprechung war ermutigend. In jedem Ort wurde ein Verein zugelassen, allerdings kein Turnverein, da man Turnen als paramilitärische Übung ansah.
Noch am selben Abend berief Bürgermeister Rensch die Sportler von Nußloch zu einer Vereins-Gründungsversammlung ins Schulhaus ein. Die Vorstandschaft wurde nicht gewählt, sondern aus den Männern vorgeschlagen, die im Zuge der Entnazifizierung einen „Persilschein“ bekommen hatten. Es waren dies Oskar Pfahler (1. Vors,), Martin Stucke und Philipp Braun (Beisitzer), Josef Hillenbrand (Schriftführer) und Wilhelm Wolf (Kassier). Die erste Generalversammlung fand 2 Jahre vor meiner Geburt am 17. November 1945 statt und genau 14 Jahre vor der Gründung des Karnevalclubs. Nach dem Kontrollratsgesetz erhielt der neue Verein den Namen „Sportgemeinde 1887 Nußloch e.V.“
Noch 1945 fanden die ersten Handball- und Fußballspiele auf dem „Alten Berg“ statt, zunächst in einem wilden Spielbetrieb, der erst im Frühjahr 1946 von der neu formierten Kreisbehörde geordnet und eingeteilt wurde. Man brauchte einen Fußballplatz, den die Gemeinde dem Verein im Wald anbot. Der Waldsport-platz entstand, in Zusammenarbeit Gemeinde (Fällen der Bäume), Baufirma Erles (Anlegen des Platzes) und Mitgliedern der Sportgemeinde (restliche Arbeiten). Bereits 1947 war die Fußballabteilung die mitgliederstärkste Abteilung der SG.
Am 1. Oktober 1948 wurde die Tischtennis-Abteilung gegründet, auch sie konnte nur innerhalb des einen zugelassenen Vereins existieren.
Erst 1953 war es möglich, neue Vereine wieder zu gründen bzw. zu reaktivieren. Zwei Beispiele mögen dies verdeutlichen. Am 14. August 1953 wurde im „Badischen Hof“ die Viktoria wiedergegründet, die bald folgenden Duelle SG-Fußball gegen Viktoria auf dem Waldsportplatz sind bei den Älteren unvergessen.
 
Am 20. Oktober desselben Jahres wurde im Cafe Stucke die Abteilung Turnen/Leichtathletik ins Leben gerufen, die ihre Heimat im legendären Pfalzsaal fand, wo man in den ersten Jahren im Winter Holz zum Training mitbringen musste, um den Kanonenofen zu heizen.
Die Höhepunkte jeder turnerischen Arbeit waren und sind immer die Turnfeste, die alle 4 Jahre auf Landes – und alle 5 Jahre auf Bundesebene stattfinden. Das erste große Turnfest, an dem sich die Turner beteiligten, war das Badische Landesturnfest 1957 in Mannheim, von dem Waltraud Meister, Ehrengard Heinrich, Karin Litterer, unser „Starturner“ Franz Rensch und Werner Gänzler als Kranzsieger zurückkehrten.
Im Jahr 1958 fand das Deutsche Turnfest in München statt, damals nicht nur für die Turnabteilung sondern für die gesamte Gemeinde ein Großereignis, zu dem sieben junge Turnerinnen und Turner mit Ihrem Betreuer Willi Pleitgen reisten. Ihren ersten Siegerkranz bei einem Deutschen Turnfest erhielten dort Ehrengard Heinrich, Waltraud Meister, Gerhard Leypold, Werner Gänzler und Franz Rensch.
Im selben Jahr wurde übrigens ein Antrag der SG Nußloch auf Rückübereignung des Sportplatzes „Alter Berg“ an die SG am 5. Februar vom Gemeinderat abgelehnt (8 Ja, 7 Nein, 1 Enth.). Erinnern sie sich: 1942 hatte der Verein den Sportplatz für einen Spottpreis an die Gemeinde verkaufen müssen. Vielleicht wusste der Gemeinderat damals schon, dass der Platz 2011 der Gemeinde viel Geld einbringen würde....
Die Handballer spielten seit 1953 wieder in der Badischen Verbandsliga. Gegner waren u.a. der SV Waldhof, der VfR Mannheim, TSG Ketsch, SG Leutershausen, TSV Birkenau und TSV Rot. Der „Alte Berg“ lebte. Die beste Platzierung der Nachkriegszeit erreichten die Handballer 1961 mit dem 3. Platz.
 
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Chronik Teil 4

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 4
 
1962 feierte die Sportgemeinde auf dem Waldsportplatz unter dem 1. Vorsitzenden Herbert Albrecht, der 1959 Karl Werner abgelöst hatte, ihr 75-jähriges Jubiläum, anschließend übernahm Theo Neff den Verein.
Anfang 1965 kam die turnerische Arbeit fast ganz zum Erliegen, da das Gasthaus „Zur Pfalz“ dem Neubau der Sparkasse weichen musste.
Das nächste Highlight ließ nicht aber lange auf sich warten. Die Einweihung der Turn- und Festhalle erfolgte am 23.07.1966 mit einem großen Turnerabend. Mit dieser neuen Trainingsstätte begann der eigentliche Aufschwung der Turnabteilung. Im September bekam die Abteilung mit der Gründung der Frauengymnastikgruppe einen starken Zuwachs, und die Mitgliederzahl stieg von 169 auf 394 an. Diese Frauengruppe wurde von Hilde Adam geleitet und 1976 von Erna Dörr und Ingrid Gramm übernommen. Bereits 1967 errangen die B-Schülerinnen die erste Gaumeisterschaft, der in den folgenden Jahren noch viele folgen sollten.
Noch heute sind wir dem damaligen Gemeinderat und vor allem Bürgermeister Hans Feil für die Entscheidung sehr dankbar.
Ab der Mitte der 60er Jahre wurde Handball in den Hallen gespielt, das war aber in Nußloch nicht möglich. Leider war auch die neue Halle für die Handballer zu klein, sie konnten darin weder trainieren noch spielen, sondern waren weiterhin gezwungen, in der Nacht, meist nach 22.00 Uhr, in fremden Hallen zu trainieren und die Heimspiele außerhalb zu absolvieren.
Im September 1969 gründete Gerhard Leypold das Jedermannturnen und leitete es selbst 17 Jahre lang, ehe Walter Fürbach und Uwe Spieler dessen Nachfolge antraten. Viele erste Plätze wurden seither bei Volleyball, Handball – und Fußballturnieren errungen. Ich darf nur an den Karpfenschrei erinnern.
Ab 1970 zeigte die enge Zusammenarbeit mit der Schillerschule sowie dem Gymnasium Wiesloch erste Erfolge, denn beide Schulmannschaften der Turner-innen schafften den Sprung ins Bundesfinale nach Berlin. Diese Erfolge wiederholten sich mit Sportlehrerin Gisela Burwitz auch 1972 und 1974.
Im Jahr 1971 erturnten unsere Kunstturnerinnen erstmals den Titel des Gaumannschaftsmeisters. Nußloch war im Mädchenturnen zu einer Hochburg geworden. Ihre Vielseitigkeit bewiesen unsere Turnerinnen bei den Badischen Mehrkampfmeisterschaften.
Im Frühjahr 1971 kam die nächste Abteilung zur SG, die Judoabteilung, die jedoch wegen Platzmangels in der Lindenschule trainieren musste, ebenso wie die Tischtennis-Abteilung. Die Handballer schafften 1972 trotz der widrigen Umstände die Kreismeisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga Nord, parallel spielte jetzt auch eine Damenmannschaft.
Anfang März 1972 kam die 6. Abteilung zur SG, die Schwimm-Abteilung, da es im Untergeschoss der Turn- und Festhalle ein Lehrschwimmbecken gab. Mit dieser Abteilung, aber v.a. mit der Sportbegeisterung, die die Olympischen Spiele in München ausgelöst hatten, wurde die SG Nußloch zu einem Großverein.
Organisatorisch wurde der Verein umgebaut, für ein Jahr war Josef Dörr an der Spitze, bevor man 1973 in einem Schildbürgerstreich 3 Vorsitzende installierte: Willi Pleitgen, Gerhard Leypold und Willi Hettinger.
1973 wurde das Kleinkinder–und Mutter - und Kindturnen in die Turn-Abteilung integriert. Bis auf den heutigen Tag werden seit 1983 diese Gruppen von Waltraud Leypold geleitet.
Die Jahre 1975 und 1976 waren im Mädchenturnen die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichsten, denn in allen sieben Mannschaftswettbewerben in Gau und Bezirk stellte Nußloch die Sieger. Bei den Deutschen Meisterschaften im Jahn-Sechskampf wurde Andrea Knauß(heutige Kurz) die erste „Deutsche Meisterin“ der Sportgemeinde.
 
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Chronik Teil 5

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 5
 
1977 war ein wichtiges Jahr in der Geschichte der SG. Da ich damals Schriftführer war, habe ich die entsprechenden Protokolle selbst geschrieben, allerdings nicht über die vielen Gespräche an Stammtischen oder auf dem Sportplatz. Ungeheuerliches sollte geschehen: Die Fußballer der SG und der Viktoria sollten sich vereinen. Es gab nicht nur konfessionelle Unterschiede, es waren im Lauf der Zeit Vorurteile und Feindschaften entstanden. Wie sollte es da eine gemeinsame Zukunft geben? Die Sportler entschieden in zwei emotionalen Versammlungen am 6. Mai in der „Weinstube“ und am 13. Mai in der „Krone“
Das schier Unmögliche gelang. Nach weiteren Verhandlungen einigte man sich auf den Namen „Fußballverein 1910 Nußloch“.
Die SG Nußloch verpflichtete sich, nie mehr eine Fußball-Abteilung in ihren Reihen aufzunehmen.
Sieht man heute nach 35 Jahren das Ergebnis dieser Fusion, so kann man allen Verantwortlichen auf beiden Seiten für ihren Entschluss nur gratulieren. Das Verhältnis von FV und SG hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, was sich nicht zuletzt in gegenseitiger Hilfe niederschlägt. Deshalb wird auch Peter Anweiler, 1. Vorsitzender des FV, bei unserem Festbankett ein extra Grußwort zu uns sprechen.
Gestatten Sie mir ein kleines Bonmot am Rande. Seit einigen Jahren treffen sich die Verantwortlichen der Vereine, die die Sportanlagen in der Lichtenau benut-zen, z.B. SG, FV, MSC zu internen Gesprächen, der so genannten Elefantenrunde. Wenn Sie sich einige dieser Männer anschauen, wissen Sie, woher dieser Name kommt.
Lassen Sie uns aber in unserem Überblick fortfahren. 1978 wurde Willi Pleitgen zum bisher einzigen Ehrenvorsitzenden ernannt, sein Nachfolger als Vorstand wurde übergangsweise Wolfgang Antritter, der viele Zeit beim Registergericht opfern musste, bis alle Protokolle nachgeschrieben waren.
Ihm folgte dann der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Rom in der 4x400-Meter-Staffel, Hans-Joachim Reske, dessen Hauptverdienst die Umstellung des Vereins auf EDV war. Die Folge war ein Mitgliederschwund, der sich sehen lassen konnte, denn die EDV entdeckte unzählige Karteileichen, Doppelmeldungen und Nichtzahler, die jetzt ausgesondert wurden.
In die Amtszeit von Jochen Reske fiel ein großer Tag für den Nußlocher Sport, der 8. März 1980, die Einweihung der Nußlocher Olympiahalle, am Rand unseres Dorfes. Das dürfen Sie gerne wörtlich nehmen. Zwischen der bisherigen Bebauungsgrenze, der Grünewaldstraße und der neuen Halle, stand kein einziges Gebäude. Dort fand jetzt eine grandiose Einweihungsfeier statt, organisiert hauptsächlich von Jochen Reske und Gerhard Leypold.
Endlich hatten die Handballer eine Spielstätte, die Turnerinnen fanden optimale Bedingungen vor, ebenso die Judoka, die auf Initiative v.a. von Gerhard Leypold ein eigenes Dojo bekamen. Da in diesem Jahr der Olympiaboykott in Moskau war, hatte man sich nach einem Namenswettbewerb in der RNZ für den Namen „Olympiahalle“ entschieden, die in der späteren Handballgeschichte als „Hölle Süd“ bekannt wurde.
Nach der Einweihung der Halle übernahm Degenhard Burwitz den Verein. Unter seiner Regie wurde das Clubhaus „Alter Berg“ umgebaut und die SG bezog die oberen Räume, auch das ist seit dem letzten Jahr Geschichte.
 
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Chronik Teil 6

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 6
 
Am 29. Mai 1981 gab es eine erneute Wahl mit einem für viele überraschenden Ergebnis: Man wählte den bisherigen Leiter der Tischtennis-Abteilung, einen 68-er Revoluzzer mit langen Haaren, zum neuen 1. Vorsitzenden, genau 29 Jahre nach der Erstbesteigung des Mount Everest. Hätte man damals geahnt, dass man den nicht mehr los wird, hätte man sich womöglich anders ent-schieden. Aber so habe ich die große Freude, den Verein nach dem 100-jährigen Jubiläum jetzt auch beim 125-jährigen Jubiläum zu führen, allerdings möchte ich festhalten, dass das 150-jährige ein anderer machen muss.
Bei meinem Amtsantritt 1981 hatte die SG Nußloch 906 Mitglieder, die größte Abteilung war die Handball-Abteilung mit 339 Mitgliedern. Wichtigste Aufgabe war zunächst, die EDV und damit die Mitgliederverwaltung effektiver zu gestalten. Zum Glück gab es mit Hermann Hofstetter einen Fachmann, der sich damit auskannte, der mit der Fiducia, einem EDV-Partner der damaligen Volksbank Leimen, einen Vertrag ausarbeitete, der uns ermöglichte, viel schneller an die entsprechenden Daten zu kommen. Jetzt konnten wir sogar die Mitgliedsbeiträge zentral einziehen.
Nach dem Besuch in Karlsruhe bei Fiducia habe ich Hermann gefragt: „Hast du das alles verstanden?“ Als er nickte, war ich beruhigt, denn meine Beziehung zu diesen Dingen waren damals auf dem Nullpunkt, heute sind sie auch nicht viel besser. Als ich neulich ins Geschäftszimmer kam und erklärte, ich hätte einen Anhang nicht öffnen können, da mein Computer spinne, obwohl der Anhang nicht per winmail aus dem Rathaus kam, meinte mein Stellvertreter Michael Kirschner: „Nicht dein Computer ist das Problem, bei dir sitzt das Problem vor dem Computer“
Als wir damals in stundenlangen Sitzungen im „Alten Berg“ alle Namen durchforstet haben, alle Doppel- und Dreifachnennungen, alle Nichtzahler und alle Verstorbenen bereinigt hatten, hatte die SG noch 578 Mitglieder. Von da an ging es aber aufwärts.
Der erste große Höhepunkt meiner Amtszeit fand am 7. und 8. Mai 1983 statt, die Einweihung des Max-Berk-Stadions, für uns organisiert von Jochen Reske und Gerhard Leypold. Höhepunkt des Samstags: Um 16.38 Uhr stellte der 400-Meter-Europameister von 1982, Hartmut Weber aus Kamen, in strömendem Regen in 60,35 sec einen neuen Weltrekord über 500 m auf. Das Bild war am Donnerstag nochmals in der RNZ. Es war dies erst der 2. Weltrekord, der im Sportkreis Heidelberg erzielt worden war, bisher war dies nur Kurt Bendlin bei einem Zehnkampf auf dem Universitätssportplatz in Heidelberg gelungen. Stolz verfolgten wir diesen Lauf am Abend nochmals im Nachrichtenblock des „Aktuellen Sportstudios“.
Ein wenig schockiert waren wir dann nur am Montag, als in der Bild-Zeitung zu lesen war: Weltrekord in Nußdorf...
Erste Folge des neuen Stadions mit Tartanbahn war, dass ich zusammen mit Stefan Schneider am 16. März 1984 zur Gründungsversammlug eines neuen Leichtathletik-Vereins ins FV-Lokal einladen durfte. Der neu gegründete Verein wurde dann auf Antrag als 6. Abteilung in die SG aufgenommen. Bei diesen sechs Abteilungen ist es bis zum heutigen Tag geblieben.
Von 1983 - 85 waren im Turnen vor allem Jutta Knauß und Petra Wilhelm für sportliche Erfolge verantwortlich, die beide dem Landeskader angehörten. Jutta wurde mehrmals Badische Meisterin im Deutschen Achtkampf und bei den Jahnkämpfen.
1987 feierte die SG Nußloch auf dem Festplatz „Alter Berg“ unter der Schirmherrschaft des damaligen Bürgermeisters Ernst Bauch das 100-jährige Jubiläum des Vereins. Der Festausschuss von damals ist nahezu identisch mit dem heutigen, Chef war damals wie heute Wolfgang Stamm. Leider hatten wir bis wenige Stunden vor dem Jubiläum große Probleme, da ein Anwohner eine einstweilige Verfügung durchsetzte, dass das Fest wegen Lärmbelästigung nur bis 22.00 Uhr dauern dürfe. Unser Bürgermeister Ernst Bauch hat sich damals persönlich eingesetzt und zwei Stunden vor Beginn der Feierlichkeiten die Rücknahme der einstweiligen Verfügung erreicht.
Es waren tolle Tage beim damaligen Jubiläum, nicht nur die Veranstaltungen auf der Bühne des Festzelts wie der „Große Bunte Abend“, die Modenschau der Firma Betty Barclay, dem Seniorennachmittag oder der traditionelle Nußlocher Abend, ich denke auch an den Festzug, an dem nahezu alle Nußlocher Sportvereine beteiligt waren, oder an die sportlichen Veranstaltungen wie die Süddeutschen Judo-Meisterschaften der Junioren und die Badischen Staffelmeisterschaften im Max-Berk- Stadion.
Zum ersten Mal in der Geschichte der SG Nußloch wurden beim Festbankett zwei Frauen zu Ehrenmitgliedern ernannt, die leider verstorbene Gisela Burwitz und Erne Dörr, heute unser ältestes Mitglied, die seit 1984 bis zum letzten Jahr als Inhaberin des deutschen Gymnastikabzeichens mit Rubin den Seniorensport leitete. Damals hatte unser Verein 1379 Mitglieder.
1988 wurde der bis dahin jüngste Abteilungsleiter der SG gewählt, der zwanzigjährige Hans-Jörg Ott bei den Tischtennisspielern. Er hat dieses Amt noch heute inne. Ich erwähne das, weil das ein Grundzug der SG ist: Wer einmal ein Amt hat, übt es auch jahrelang aus.
 
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Chronik Teil 7

SG 1887 Nußloch e.V. Chronik Teil 7
 
In der Runde 1989/90 erreichten die Handballer drei Meisterschaften, den Aufstieg in die Landesliga und den Sieg im Kreispokal. Am 21. Mai 1990 wurde ein weitreichender Entschluss gefasst. Unter Federführung von Erhard Kempf wurde zur Unterstützung der Handballabteilung der „Freundeskreis Handball e.V.“ gegründet, der bis zum heutigen Tag Garant für die finanzielle Basis der Handballer ist.
Die folgenden Jahre waren geprägt von drei Dingen: dem Wechsel von Wettkampfstätten, der Zukunft des Alten Bergs und dem Wunsch nach einer neuen Sporthalle. Neue Wettkampfstätten wurden notwendig, da 1994 die Tischtennis-Abteilung wegen des Umbaus des Rathauses ihren Trainingsraum im Dachgeschoss der Lindenschule verlor und in den Turnraum der Linden-schule umziehen musste. Damals verloren etliche Vereine ihre Vereinsräume. Als 2001 die alte Lindenschule ganz abgerissen wurde, musste die Tischtennisabteilung in die Festhalle. Zusammenrücken war angesagt.
Besonders problematisch war die Situation bei den Handballern, die wegen ihres Aufschwungs im neuen Jahrtausend einen ungeheuren Zulauf verzeichneten, aber zum Trainieren z.T. wieder fremde Hallen anmieten musste. Und wer freitags erlebte, wie 400 Kinder die Olympiahalle in Besitz nahmen, verstand den Wunsch der Vorstandschaft nach einer neuen Halle.
Trotz dieser widrigen Umstände kam es jetzt bei den Handballern zu einer neuen Erfolgsgeschichte. Unter Trainer Admir Kalabic gelang 2003 der Aufstieg in die Badenliga (ich darf an die Mutter aller Derbys erinnern, SG Nußloch – TSG Wiesloch) und 2009 zum Aufstieg in die Baden-Württembergische Oberliga.
Es gab aber immer noch das Problem „Alter Berg“.
Nach mehreren einstweiligen Verfügungen wegen Lärm- und Staubbelästigungen (alle Bemühungen, Gras zu säen, das auch wächst, scheiterten), nach der Anordnung, unser Kleinfeld unbespielbar zu machen, reifte bei meinem Stellvertreter Helmut Herb und mir der Entschluss, das Kleinfeld, den für uns teuersten Bauplatz Nußlochs, zu verkaufen.
Tiefes Durchatmen dann, als Bürgermeister Bauch mir den Vorschlag unterbreitete, das Kleinfeld an einen Investor zu verkaufen und den Erlös in eine neu zu errichtende Halle zu investieren. Es gingen tatsächlich Angebote zweier Investoren in Höhe von 2,6 bzw. 4 Millionen DM ein.
Sogar der Standort der neuen Halle wurde festgelegt, eine Parkbucht beim Reiterverein in der Lichtenau.
 
Jeder weiß, dass die Halle nicht kam.
Nach der Wahl eines neuen Bürgermeisters nahmen wir zum ersten Mal 2002 Kontakt zu Karl Rühl wegen unserer Vorstellungen auf. Ob ein Fußballer sich für eine Sporthalle erwärmen könnte? Tatsächlich kam Bewegung in die Sache, wir rannten offene Türen ein, denn unser neuer Bürgermeister war sofort von unserem Vorschlag angetan.
Am 17. März 2002 beschloss der Nußlocher Gemeinderat mehrheitlich, für den Flächennutzungsplan 2015 die Wohnbebauung des Sportplatzes „Alter Berg“ zu beantragen. Dass das nicht ohne unser Kleinfeld gehen konnte, war mir gleich klar. Jetzt aber entdeckten die Gegner der Bebauung plötzlich ihre Liebe zum „Alten Berg“ und waren plötzlich für Feste und Sportveranstaltungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Es dauerte aber noch ein paar Jahre. Wir unterbreiteten am 15. Januar 2007 der Gemeinde Nußloch den Vorschlag, das gesamte Kleinfeld, immerhin über 22 a, für einen Euro zu verkaufen. Als Gegenleistung erwarteten wir innerhalb von 5 Jahren den Neubau einer Sporthalle, in der wir ein Hauptnutzungsrecht von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr erhalten sollten. Sollte keine Halle gebaut werden innerhalb dieser Frist, sollte das Kleinfeld wieder für einen Euro in den Besitz der SG übergehen. Auf seiner Sitzung am 24. Januar 2007 akzeptierte der Gemeinderat dieses Angebot nach langer Diskussion. Ich musste als Befangener fast eineinhalb Stunden im Flur vor der Sitzungsraum zubringen, wahrscheinlich Rekord in der Geschichte des Gemeinderats.
Es hat sich aber gelohnt. Herr Bürgermeister, wir behalten den Euro, denn die Gemeinde hat ihre Verpflichtung erfüllt. Am 2. Juni 2009 war der erste Spatenstich für den Anbau an die Olympiahalle, am 18. September 2010 die feierliche Einweihung der neuen Halle. Unser Traum ist in Erfüllung gegangen, ich möchte mich hier noch einmal bei allen Beteiligten, den Handwerkern und dem Architekten, auch wenn noch nicht alles optimal ist, meinen Kolleginnen und Kollegen vom Nußlocher Gemeinderat, der Gemeindeverwaltung und dem Bauhof, vor allem aber bei unserem Bürgermeister Karl Rühl bedanken. Wir erfüllen die neue Halle mit Leben, das versprechen wir Ihnen.
Es hat zwar etwas länger gedauert, als versprochen, was meine Freunde vom KCN nicht verwundern wird, aber bin ich jetzt mit dem geschichtlichen Überblick am Ende.
 
Mit sportlichen Grüßen 
1. Vorstand
Wolfgang Schneider
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